Und siehe da…

„Ich weiß schon, was gut für Dich ist“,
sagte die Fürsorge und erdrückte mich mit einengender Hilfe.

„Dir muss es bestimmt schlecht gehen“,
beharrte das Mitleid, ohne zu merken wie zufrieden ich eben noch gewesen war.

„Darüber habe ich ganz viele Bücher gelesen“
ergänzte das pädagogische Auge und setzte sein angebliches Wissen an mir um.

„Nein, so doch nicht, wir brauchen etwas Wirksames“,
schrie die Medizin und gab mir bittere Kost, bis mir schlecht war.

„Ich kann genau nachempfinden, was du jetzt in deiner Situation brauchst“,
säuselte die Verallgemeinerung und gab mir einen Trunk, den ich nicht wollte.

So war ich schließlich voll. Bis obenhin. Und hatte noch Hunger.
Nach meinem Leben. Hungrig dämmerte ich vor mich hin.

Doch plötzlich hörte ich eine Stimme:
„Was wollt ihr hier?“, fragte die Selbstbestimmung und schickte die unerwünschten Besucher aus meinem Haus.

„Was willst du?“,
fragte sie mich und sah mir dabei fest in die Augen.

Bevor ich antworten konnte, wurde mir klar, dass ich es war, die zuletzt gesprochen hatte.
Nun war ich allein. Aber nicht ganz…

Wünsche und Ideen lagen überall verstreut herum.
So als wollten sie sagen, nimm dir was du magst, nähre dich,
es ist deine Entscheidung.
Ich griff zu. Und roch dran… Wie köstlich.

Erst zaghaft und dann immer mutiger begann ich zu essen. Wie schön das war.
Doch etwas, was ich wollte, konnte ich nicht alleine erreichen.
Es hing so weit oben und ich mit meinen vier Rädern unterm Hintern
war dafür zu weit unten.

Da fiel mir ein, dass ich nur die unerwünschten Besucher fortgeschickt hatte.
Eine deutliche Bitte genügte:
„Ich hols Dir runter“, sagte die Assistenz aufmerksam und ich bekam, was ich wollte.

Während die Assistenz wieder auf ihrem Stuhl saß,
löffelte ich genüsslich meine Lebenssuppe weiter.
Und siehe da:
ich wurde satt.

Text: Pauline Schneiberg
Foto: Scott auf Pixabay

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